Argumente

Irrtümer und Argumente zur Entrückungslehre

1.Thessalonicher 4,13-18
Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die Übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen. Denn dies sagen wir euch in einem Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein.

So ermuntert nun einander mit diesen Worten!

1.Korinther 15,51-53

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen.

2.Thessalonicher 2,6-7
Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit offenbart wird. Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist.

Der Heilige Geist und die Gemeinde Gottes hält das Böse noch ab, doch mit der Entrückung wird beides von der Erde genommen sein. Der Apostel Paulus hatte hierin offenbar von Gott ein Wissen offenbart bekommen, welches einem bestimmten Sinn folgt.

  1. Wir sollen nicht in Unkenntnis sein.
  2. Damit wir nicht betrübt sind und Hoffnung haben.
  3. Wir werden in einem Augenblick verwandelt werden.
  4. Die Lebenden und die zuvor verstorbenen Gläubigen.
  5. Beim Ruf Jesu und bei der Stimme des Erzengels.
  6. Bei dem Schall der (letzten) Posaune.
  7. Dem Herrn entgegen.
  8. Zur Ermutigung.

Paulus wollte uns Ermutigung und Erkenntnis geben, und wir sollen uns damit untereinander ermutigen. Hier lässt sich eine Brücke zur Aussage Jesu ziehen, wo er in Lukas 21,28 uns auffordert, unsere Häupter zu erheben und voll Freude über unsere Erlösung zu sein. Es kann also nicht um den Streitpunkt der Entrückung selbst gehen, ob diese nun stattfindet oder nicht, denn sie wird ganz sicher stattfinden. Auch wissen wir kein Datum oder Jahr, wir deuten lediglich die Zeichen der Zeit. Und so haben auch viele Gläubige ein inneres persönliches Zeugnis über deren baldiges stattfinden.

Auch viele Kinder, die unabhängig voneinander ganz ähnliche Aussagen über die Entrückung machen. Und Kinder denken sich solches nicht aus. Sie sind wohl die unbedarftesten Zeugen, die man sich vorstellen kann.

Aber betrachten wir mal einige Argumente.

Argument
Jesus kommt nicht zweimal und deshalb kann diese Lehre nicht stimmen.

Antwort
Das ist richtig, es heißt jedoch dass die Gläubigen in den Himmel Jesus entgegen entrückt werden und das hat somit nicht die Aussage, dass Jesus kommt um seine Herrschaft einzunehmen. Hier ist also nur die Rede von einem Herabkommen Jesu in den Himmel. Die Aufgabe ist klar umrissen, er kommt, um uns zu holen.

Argument
Die Entrückung findet erst am Ende der Trübsalszeit statt, da hier vom Schall der letzten Posaune gesprochen wird, welche in der Offenbarung am Ende der Tage erschallen wird.

Antwort
Paulus sprach nicht von der letzten Posaune aus der Offenbarung, da diese zu seiner Zeit noch gar nicht geschrieben und offenbart war. Vielmehr sprach Paulus von einer Metapher aus der römischen Armee. Dort wurden die Posaunen dreimal geblasen und die letzte Posaune bedeutete dort den Aufbruch.

Argument
Alle Christen werden durch die Trübsal gehen müssen, deshalb findet keine Entrückung statt.

Antwort
Diese Aussage macht keinen Sinn, denn warum sollen wir uns mit den Worten aus 1. Thess. 4,13-18 einander Trösten und Ermuntern? Es ist kein Trost zu wissen, wie viel Leid man erfahren muss, noch dazu der Gefahr ausgesetzt zu sein ggfs. nicht standhalten zu können.

Gott selbst spricht an einigen Bibelstellen vom kommenden Zorngericht und das die Gemeinde davor bewahrt wird. Mit dem kommenden Zorn ist das Endgericht der letzten 7 Jahre gemeint und nicht etwa die Leiden eines jeden Christen in der Welt und der Nachfolge.

1.Thess. 1,10
Wir erwarten seinen Sohn aus den Himmeln, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns rettet von dem kommenden Zorn.

1.Thess. 5,9
Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben.

Off.3,10
Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.

Entscheidend ist auch zu verstehen, dass Israel wieder in den Fokus von Gott kommt. Die Sammlung Israels und die Verheißung auf die 144.000 Erlösten, sowie die zwei Zeugen zeigen das Gott mit Israel einen ganz eigenen Weg verfolgt. Ferner gibt es keinerlei Hinweise darauf, ob oder wie wir uns auf die Drangsalszeit vorbereiten sollen. Und in der Offenbarung wird mit der Schilderung der Drangsal die Gemeinde nicht mehr erwähnt.

Würde die Entrückung am Ende dieser Zeit geschehen, wäre keine lebende Seele mehr da um in das Friedensreich einzugehen. Denn die gesamte Gemeinde würde ja weggenommen werden und alles ungläubige Volk käme ums Leben, Fazit es gäbe keine lebenden Menschen mehr auf Erden. Die Offenbarung spricht jedoch von vielen Bekehrungen in dieser Zeit und das diese Menschen zu Märtyrern werden. Ihnen ist die Auferstehung verheißen um im Friedenreich zu leben (Off. 20,4). Und auch die 144.000 Erlösten aus Israel werden überleben, sowie der dann übriggebliebene Rest der Gläubigen aus der Drangsalszeit.

Argument
Die Entrückungslehre kam erst im 17. / 18. Jahrhundert auf und zuvor war dies nicht von Bedeutung.

Antwort

Schon Irenäus (um 180 n. chr.) lehrte über die Entrückung und auch die frühen Kirchenväter. Zwar unterscheidet sich deren Sicht über Prophetie von der heutigen, aber sie hatten alle eine Naherwartung auf die Entrückung. Des Weiteren ist bekannt, dass es eine Predigt eines Syrers gab, welche zwischen dem 4.-7. Jahrhundert datiert ist. Sein Name war Ephrem oder auch Pseudo-Ephraem und seine Schrift umfasst 1.500 Worte und ist als apokalyptischer Text des Mittelalters bekannt.

Bruder Dolcino war ein Mönch, der 1260 den Orden der Apostelbrüder gegründet hatte. Von seinen Glaubensüberzeugungen wurde 1316 eine Abschrift verfasst und erst kürzlich entdeckt. Darin äußert er seine Sicht der endzeitlichen Dinge, worin auch die Entrückung vorkommt.

John Asgill (1659-1738) verfasst ein Buch über das Thema Entrückung, verstand aber die tatsächliche Wahrheit dazu nicht. Er konnte den Kontext dazu nicht herstellen und glaubte eher an eine Art persönliche Umwandlung des Leibes. Sein Buch kam auf den Index und er wurde gesellschaftlich geächtet.

Morgan Edwards (1722-1795 war der erste Theologe der eine echte Verbindung theologisch aufbaute, im Rahmen seiner Studentenarbeit 1742 und diese dann 1788 ins englische übersetzte.

Obwohl es in den frühen Jahrhunderten Ansätze und Konzepte zum Thema der Entrückung gab, waren diese doch theologisch meist unvollständig oder der Sichtweise des Mittelalters geschuldet.

Erst mit Morgan Edwards kam die tatsächliche Bedeutung der Entrückung theologisch zum Tragen und begann sich zu verbreiten. Wissen, dass scheinbar verloren oder unvollständig war, kam wieder zum Vorschein. Und die Antwort darauf finden wir im Buch Daniel.
Quelle: Handbuch zur Entrückung (von Tim LaHaye (Autor), Thomas Ice (Autor), Ed Hindson (Autor) )

Daniel 12,4
Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird sich mehren.

Daniel 12, 9-10
Und er sagte: Geh hin, Daniel! Denn die Worte sollen geheim gehalten und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes. Viele werden geprüft und gereinigt und geläutert werden. Aber die Gottlosen werden weiter gottlos handeln. Und die Gottlosen werden es alle nicht verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen.

Argument

Es gibt keine zweimaligen Totenauferstehungen, deshalb gibt es keine Entrückung.

Antwort

Das ist ebenfalls richtig. Es muss hier jedoch unterschieden werden, zwischen der Totenauferstehung aller Toten zum Gericht und der Auferstehung der verstorbenen Gläubigen zur Entrückung. Es handelt sich um zwei verschiedene Ereignisse. (erster und zweiter Tod)

Argument

Matthäus 24,40-41
Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei Frauen werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen.

Mit dieser Bibelstelle begründen viele, dass die Entrückung erst am Ende der Tage stattfinden wird.

Antwort
Ich habe mir zu dieser Frage eine sachkundige Meinung von Dr. Roger Liebi eingeholt und drucke seine Antwort mit seiner freundlichen Genehmigung hier ab und schließe mich seiner Aussage voll und ganz an.Zitat [1]Dr. Liebi:

An jener Stelle ist es genau das Gegenteil von der Entrückung: Die, die genommen werden, werden weggerafft durch das Gericht. Die, die gelassen werden, werden auf Erden als Überlebende gelassen, um in das Friedensreich von 1000 Jahren einzugehen. In der Parallelstelle in Luk 17,34-37 wird es verdeutlicht. Vers 37 sagt, dass da wo das Aas ist, sich die Geier (nicht Adler) versammeln.

Geier kommen vom Himmel und raffen das üble Aas (ein Bild der Verlorenen) weg, die Lebenden (ein Bild von dem Überrest aus Israel und den Nationen, die sich gemäß Off 7 nach der Entrückung bekehren werden, und durch die Drangsal gehen werden) werden gelassen.

[1] http://www.rogerliebi.ch/