Beispiele

Biblische Beispiele der Entrückung

Die Bibel nennt uns mindestens vier bekannte Personen und eine unbekannte Person, die eine Entrückung auf ganz verschiedene Art und Weise erlebt haben. Dabei bestehen Unterschiede im Ablauf und im Zweck der jeweiligen Entrückungserlebnisse.

Die Entrückung von Henoch

Henoch war ein Enkel Abrahams und wird im Lukasevangelium im Stammbaum Jesu mit aufgeführt.

1.Mose 5,22-24
Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Und alle Tage Henochs betrugen 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinweg.

Offenbar war die Geburt seinen Sohnes Methusalahs ein Wendepunkt im Leben Henochs, wo er seinen Wandel mit Gott begann. Die Bedeutung des Namens Methusalah ist: „Er stirbt, und es kommt“. Dies ist sehr bedeutungsvoll, da er in dem Jahr der Flut starb.

Sollte die Flut derart mit seinem Tod verbunden sein, ist das ein schönes Zeugnis der Langmut Gottes; da Methusalah mit seinen 969 Jahren der älteste Mensch ist, von dem die Bibel berichtet.

Und es gibt eine überlieferte Weissagung von Henoch wie folgt:

 Judas 14,15
Es hat aber auch Henoch, der Siebente von Adam an, von ihnen geweissagt und gesagt: „Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Myriaden, Gericht auszuüben gegen alle und alle Gottlosen zu überführen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.

Wenn Henoch auch in seiner Weissagung von noch zukünftigen Tagen sprach, hatte er dabei sicher auch seine Zeitgenossen vor Augen. Denn er lebte in einer sehr gottlosen Zeit.  In Hebräer 11,5 lesen wir, dass Gott ihn entrückte, damit er den Tod nicht sehen sollte. Aber warum wurde Henoch bereits im 365. Lebensjahr entrückt, wo doch die damalige Lebenserwartung erheblich höher war? War sein Leben damals bedroht und war seine Zeit auch ein Sinnbild auf die letzte Zeit?

In Hebräer lesen wir:

Hebräer 11,5
Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so dass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe.

[1]Henoch wurde vor dem Gericht Gottes (der Flut) entrückt und ist darin ein Bild der Gläubigen der Gnadenzeit, die vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, in den Himmel entrückt werden.

Das wird noch deutlicher, wenn wir an Noah denken, der durch die Flut hindurch gerettet wurde, um dann auf einer gereinigten Erde einen Neuanfang zu erleben. Er ist das Bild von den Gläubigen, die durch die kommende Drangsalszeit gerettet werden, um in das Tausendjährige Reich einzugehen.

Das sind dann die 144.000 Versiegelten aus Offenbarung 7 und jene, die sich während der Drangsalzeit bekehrt haben. Die 144.000 sind [2]Knechte Gottes (Off 7,3), aber keine Christen. Wir, die Gläubigen, die die Versammlung Gottes bilden, werden vor dem Gericht entrückt werden – wie Henoch.

Die Entrückung von Elia

2.Könige 2,11-12
Und es geschah, während sie gingen, gingen und redeten, siehe da: ein feuriger Wagen und feurige Pferde, die sie beide voneinander trennten! Und Elia fuhr im Sturmwind auf zum Himmel. Und Elisa sah es und schrie: mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und sein Gespann! Dann sah er ihn nicht mehr. Da fasste er seine Kleider und zerriss sie in zwei Stücke.

Elia war ein alttestamentlicher Prophet, der zurzeit König Ahabs ca. im 9. Jahrhundert vor Christus lebte. König Ahab und seine Frau Isebel dienten dem Götzen Baal, der für die Fruchtbarkeit des Landes stand. Woraufhin Gott durch Elia eine Dürre ins Land brachte, welche im späteren Verlauf mit dem Streit der Baalspriester auf dem Berg Karmel endete. Elia hatte sie aufgefordert ihren Götzen Baal ein Opfer zu bringen, um Regen kommen zu lassen, was diese natürlich nicht konnten.

Woraufhin Gott das Opfer von Elia mit einem gewaltigen Feuer auffraß, die Folge war, dass Elia die 450 Baalspriester noch vor Ort tötete. Später sagte Elia den Tod Ahabs und Isebels voraus, und als Elia von dem feurigen Wagen des Herrn entrückt wurde, ging seine Vollmacht an seinen Schüler Elisa über. Elisa selbst starb eines natürlichen Todes.

Die Entrückung von Philippus

Apostelgeschichte 8, 39
Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, denn er zog seinen Weg mit Freuden. Philippus aber fand man zu Aschdod; und er zog hindurch und verkündigte das Evangelium allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

[3]Philippus wurde direkt vom Engel des Herrn angesprochen und zu dem Kämmerer geschickt, um ihn die Schrift verständlich zu machen. Nachdem dieser das verstanden hatte und sich sogleich an Ort und Stelle von Philippus taufen ließ, wurde Philippus entrückt. Allerdings nicht wie Henoch oder Elia in den Himmel zum Vater, sondern einfach an einen anderen Ort (Aschdod). Man kann sich das gut vorstellen, als der Kämmerer wieder auftauchte, war Philippus schon weg.

Die unbekannte Person

2.Korinther 12,3-4
Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen – ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht.

Hier spricht Paulus von einem Unbekannten (ihm selbst), von dem er wusste, dass dieser offenbar eine Entrückung der besonderen Art erlebt hatte. Der Unbekannte wurde bis in den dritten Himmel entrückt und kurz darauf erklärt Paulus, dass dieser Unbekannte im Paradies war.

Und dort hörte der Unbekannte offensichtlich unaussprechliche Worte (vielleicht unfassbare Wahrheiten?).

Hier handelt es sich also weder um eine bleibende Entrückung in den Himmel noch an einen anderen irdischen Ort. Offensichtlich hatte Gott diesen Menschen für eine kurze Zeit zu sich in den Himmel geholt, um ihn Botschaften mitzuteilen, die uns leider nicht bekannt sind.

Die Entrückung von Petrus

Apostelgeschichte 12,6-11
Als aber Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Soldaten, gebunden mit zwei Ketten, und Wächter vor der Tür verwahrten das Gefängnis. Und siehe, ein Engel des Herrn stand da, und ein Licht leuchtete im Kerker; und er schlug Petrus an die Seite, weckte ihn und sagte: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und binde deine Sandalen unter! Er aber tat es. Und er spricht zu ihm: Wirf dein Oberkleid um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte und wusste nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; er meinte aber, eine Erscheinung zu sehen. Als sie aber durch die erste und die zweite Wache gegangen waren, kamen sie an das eiserne Tor, das in die Stadt führte, dass sich ihnen von selbst öffnete; und sie traten hinaus und gingen eine Straße entlang, und sogleich schied der Engel von ihm. Und als Petrus zu sich selbst kam, sprach er: Nun weiß ich in Wahrheit, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich gerettet hat aus der Hand des Herodes und aller Erwartung des Volkes der Juden.

Der Rückschluss auf die Entrückung ist dabei sehr ähnlich. Wir werden beim Schall der Posaune in einem Augenblick gerufen (durch einen Engel angestoßen) und sofort mit in die andere Dimension mitgenommen werden. Das geht so schnell, dass selbst Petrus dies zunächst nicht merkte und meinte eine Erscheinung zu haben. Petrus wurde von den irdischen Ketten befreit und entrückt, wenn auch nur vor die Stadt. Unsere Entrückung wird dann allerdings bleibend sein.

[1] Textabschnitt: Autor · Gerrid Setzer aus www.bibelstudium.de

[2] Der Überrest des Volkes Israel, die Auserwählten

[3] Apg. 8, 26-38